Literatur im digitalen Zeitalter

Buchausschnitt

Literatur im digitalen Zeitalter

(in Verbindung mit dem Begleitseminar »Digitale Literaturwissenschaft«)

Universität Hamburg, Institut für Germanistik II

Sommersemester 2009

Veranstaltungsnummer: 52-220

Zeit und Ort: Dienstags 14-16 Uhr, Phil-Turm, Raum 1203 (Seminar fällt aus)

Wer über Bedingungen, Fragestellungen und Methoden der Literaturwissenschaft im digitalen Zeitalter nachdenkt, sieht sich mit zweierlei Phänomenen konfrontiert:

  1. Digitale Werkzeuge und Medien erweitern die Methoden und Arbeitsweisen der Literaturwissenschaft und ermöglichen neue Formen der Ergebnisdarstellung, tragen dadurch aber auch zu Verunsicherung bei. (Vgl. das Begleitseminar »Digitale Literaturwissenschaft«.)
  2. Der Gegenstand der Literaturwissenschaft selbst – die Literatur und der Literaturbetrieb – befindet sich in einem umfassenden Veränderungsprozess.

Im Projektseminar werden wir die im digitalen Zeitalter veränderten Merkmale und Bedingungen von Literatur untersuchen:

Wie entsteht Literatur im digitalen Zeitalter? Was die Werkzeuge angeht, entsteht Literatur wohl nur noch selten mit Stift oder Schreibmaschine. Für die meisten Autorinnen und Autoren ist der Computer inzwischen das hauptsächliche Arbeitsmittel, und zwar nicht zwingend als reines Schreibgerät. Wird der Computer als universelles, multimediales und vernetztes Recherche- und Produktionsinstrument genutzt, verändert das nicht nur die Arbeitsweise, sondern auch das Ergebnis: die Literatur.

Wie ist die Literatur im digitalen Zeitalter beschaffen? Im einfachsten Fall ist sie hypertextuell strukturiert, oder sie handelt vom Internet: programmatische Literatur, die Strukturen und Themen des digitalen Zeitalters explizit aufgreift und weiterentwickelt. Demgegenüber macht ein Großteil der in den letzten Jahrzehnten enstandenen Literatur auf den ersten Blick einen ganz traditionellen Eindruck. Doch auch bei nicht explizit 'digitaler Literatur' lässt sich eine digitale Prägung in Bezug auf Themen und Schreibverfahren beobachten.

Wie wird Literatur im digitalen Zeitalter verbreitet, und wie wird sie rezipiert? Dem Verlagswesen wird nachgesagt, dass es noch nicht im digitalen Zeitalter angekommen sei. Doch auch wenn das E-Book dem gedruckten Buch bislang nicht den Rang abläuft, ist der Buchmarkt längst im Umbruch begriffen: Zahlreiche Bücher werden nicht mehr in der Buchhandlung gekauft, Autoren und Autorinnen schreiben oder präsentieren sich im Netz, ebenso ein Teil der Leser und Leserinnen. Und auch hier gilt: Teil der Entwicklung sind nicht nur progressive Medien-Akteure, sondern ebenso die Beteiligten, deren Verhaltensweisen sich eher unbewusst verändern.

Eine Liste mit Sekundärliteratur wird im Agora-Projektraum des Seminars eingestellt; als Einstieg in die Thematik werden folgende Primärtitel empfohlen:

  • Benda, Christoph: Senghor On The Rocks (2008). Unter Mitarbeit von Flo Ledermann und Johannes Krtek. Online verfügbar unter www.senghorontherocks.net/, zuletzt geprüft am 11.02.2009.
  • Thalhofer, Florian; Mensing, Kolja (2007): [13terShop]. Buch und DVD-Rom. Hamburg: Mairisch-Verlag. [Projektbeschreibung online verfügbar unter www.13tershop.de/, zuletzt geprüft am 07.01.2009.]

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