Der Badeschaum

Übersetzung

Aldo Nove: Il Bagnoschiuma. In: WOOBINDA e altre storie senza lieto fine. Castelvecchi 1996

Ich habe meine Eltern umgebracht, weil sie einen absurden Badeschaum benutzten, Pure & Vegetal.
Meine Mutter sagte immer, dieser Badeschaum würde der Haut Feuchtigkeit zuführen, aber ich benutze Vidal, und ich will, dass alle zu Hause Vidal benutzen.
Weil ich erinnere mich, dass die Werbung vom Badeschaum Vidal mir, seit ich klein war, immer sehr gefallen hat.
Ich lag im Bett und sah dieses Pferd laufen.
Ich wollte, dass alle frei sind.
Ich wollte, dass alle Vidal kaufen.

Eines Tages dann sagte mein Vater, bei Esselunga gäbe es drei Packungen zum Preis von zweien, und das Angebot müssten wir wahrnehmen. Ich hatte nicht gedacht, dass es dabei auch um den Badeschaum ging.
Meine Familie hat mich nie verstanden.

Seitdem habe ich mir den Badeschaum Vidal immer alleine gekauft; und ich habe mich nie darum gekümmert, dass zu Hause noch drei Packungen Pure & Vegetal mit Ringelblumenaroma aufgebraucht werden mussten.
Im Gegenteil, wenn ich ins Bad kam und auf dem Bidet eine dieser elenden Plastikflaschen sah, konnte ich nicht umhin, all meine Wut auszudrücken, indem ich mich weigerte, mit ihnen zu Abend zu essen.

Nicht alles kann mitgeteilt werden.
Stellt euch vor, in euren Idealen verraten zu werden. Und dann noch aus Preisgründen. Ich schwieg.
Ich aß in meinem Zimmer, Kartoffelchips und Tegolini von Mulino, wollte nicht mal mehr meine Freunde sehen: wenn sie mich anriefen, gab ich vor, nicht da zu sein.

Tag für Tag wurde mir klarer, wie hässlich meine Mutter war.
Ich hatte eine Mutter, die niemals als Politikerin hätte kandidieren können, mit ihren Krampfadern und ihren Nikotinfingern.
Meine Mutter ekelte mich an, und ich fragte mich, wie es sein konnte, dass ich sie als Kind geliebt hatte.
Auch mein Vater wurde immer älter.
Es war wirklich der Moment gekommen, sie umzubringen.

Eines abends kam ich aus meinem Zimmer und sagte ihnen, dass ich beschlossen hatte, sie zu beseitigen.
Sie guckten mich mit ihren Alte-Leute-Augen an, und - vielleicht überrascht davon, dass ich sie ansprach - fragten sie mich warum.
Ich sagte, sie sollten wenigstens einen anderen Badeschaum nehmen.
Sie brachen in Gelächter aus.

Also ging ich in mein Zimmer hoch und nahm mir die Dose mit den geschälten Tomaten, die ich unter dem Bett versteckt hatte, um sie mir nachts reinzuziehen.
Ich kehrte in die Küche zurück und schloss die Tür ab.

Ich schrie meine Mutter an, dass sie eine ekelhafte Person sei und dass sie sich die Gebärmutter hätte entfernen lassen sollen, bevor sie mich empfangen hat.
Mein Vater stand mit einem Ruck auf und versuchte mir eine Ohrfeige zu geben, aber ich verpasste ihm einen solchen Tritt in die Hoden, dass er auf den Boden fiel und ihm die Luft weg blieb.

Meine Mutter stürzte sich auf ihn, und dabei schrie sie unzusammenhängende Sachen, die machten sie noch älter und lächerlicher. Ich stach ihr den scharfen Dosendeckel in den Hals; Liter von Blut traten aus, während sie brüllte wie ein Schwein.
Dann brachte ich meinen Vater mit dem Messer für das Gefriergut um.
Es ekelte mich wirklich an, wie sie starben und Blut kotzten.

Auf allen Kacheln war Blut, und es wurde immer noch mehr, während die Kacheln schon anfingen, eine andere Farbe anzunehmen.

Ich ging wieder nach oben und nahm die zwei Flaschen (eine hatten sie aufgebraucht) von ihrem scheiß Badeschaum.
Ich nahm sie mit runter in die Küche und legte sie auf den Tisch, während ich meiner Mutter den Schädel mit dem Fleischhammer einschlug.
Das Gehirn trat sehr schleimig aus, und da waren kleine Hautstückchen mit Haaren, die sich wie Tesa lösen ließen.

Der Kopf meines Vaters schien mir weicher zu sein, oder ich hatte einfach genau richtig getroffen.
Ich legte die Gehirne in das Spülbecken und säuberte das Innere ihrer Köpfe mit Zewa Wisch & Weg.
Ich füllte das Pure & Vegetal hinein; sie sollten kapieren, dass a

Übersetzung: Olaf Grabienski

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