Dante Alighieri: Al poco giorno e al gran cerchio d'ombra [ für Übersetzung nach unten scrollen ] Al poco giorno e al gran cerchio d’ombra son giunto, lasso, ed al bianchir de’ colli, quando si perde lo color ne l’erba: e ‘l mio disio però non cangia il verde, sí è barbato ne la dura petra che parla e sente come fosse donna. Similemente questa nova donna si sta gelata come neve a l’ombra; ché non la move, se non come petra, il dolce tempo che riscalda i colli, e che li fa tornar di bianco in verde perché li copre di fioretti e d’erba. Quand’ella ha in testa una ghirlanda d’erba, trae de la mente nostra ogn’altra donna; perché si mischia il crespo giallo e ‘l verde sí bel, ch’Amor il viene a stare a l’ombra, che m’ha serrato intra piccioli colli più forte assai che la calcina petra. La sua bellezza ha più vertù che petra, e ‘l colpo suo non può sanar per erba; ch’io son fuggito per piani e per colli, per potere scampar da cotal donna; e dal suo lume non mi può far ombra poggio né muro mai né fronda verde. Io l’ho veduta già vestita a verde, sí fatta ch’ella avrebbe messo in petra l’amor ch’io porto pur a la sua ombra: ond’io l’ho chesta in un bel prato d’erba, innamorata com’anco fu donna, e chiuso intorno d’altissimi colli. Ma ben ritorneranno i fiumi a’ colli, prima che questo legno molle e verde s’infiammi, come suol far bella donna, di me; che mi torrei dormire in petra tutto il mio tempo e gir pascendo l’erba, sol per veder do’ suol parmi fanno ombra. Quandunque i colli fanno più nera ombra, sotto un bel verde la giovane donna la fa sparer, com’uom petra sott’erba. -------------------------------------- Übersetzung von Hertha Federmann (1966) Zum kurzen Tag und großen Kreis der Schatten kam ich nun, ach, wo weiß stehn alle Hügel, und sich verliert das Grün in allen Kräutern, nur mein Verlangen wechselt nicht sein Grün, so tief verwurzelt ist's im harten Stein, der spricht und fühlt, als wär er eine Herrin. Auf gleiche Weise bleibt die junge Herrin, zu Eis gefroren wie der Schnee im Schatten. Denn sie rührt nicht, als wär sie toter Stein, die süße Zeit, die rings erwärmt die Hügel und deren Weiß verwandeln wird in Grün und sie mit Blumen decken wird und Kräutern. Trägt auf dem Haupt sie erst den Kranz von Kräutern, treibt aus dem Sinn sie jede andre Herrin, so schön mischt sich ihr blond Gelock dem Grün, daß Amor selbst sucht Rast in ihrem Schatten, der mich gebannt hält zwischen sanften Hügeln, fester als Mörtel bindet Stein an Stein. Ihr Reiz strahlt heller als ein edler Stein, wen er verwundet, heilt man nicht mit Kräutern, Umsonst entfloh ich über Tal und Hügel, um zu entrinnen einer solchen Herrin. Doch nichts gewährt vor ihrem Glanze Schatten, nicht Berg noch Mauer, noch des Laubes Grün. Ich sah sie einst gekleidet gehn in Grün, so schön, sie hätt gerührt selbst einen Stein zur Liebe, die noch heut mir weckt ihr Schatten. Auf schöner Au', umwogt von blühenden Kräutern warb ich um sie, holder als jede Herrin. Und rings umschlossen mich die hohen Hügel. Doch eher fließt ein Fluß hinan die Hügel, als sie, ein Reis in zartem Frühlingsgrün, entflammte - wie sonst eine schöne Herrin - für mich, der gern zeitlebens schlief auf Stein und seine Nahrung suchte unter Kräutern, nur um zu schauen ihres Schleiers Schatten. Stets wenn die Hügel werfen schwärzren Schatten, läßt unterm schönen Grün die junge Herrin verschwinden er wie Steine unter Kräutern.