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Rundfunk-Studio 1920er Jahre

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inhaltsverzeichnis
Resümee
Download der gesamten Arbeit (PDF-Datei)
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  Zeit der Experimente
Vorläufer des Radio-Features in der Weimarer Republik

Resümee

1. Historische Situation

2. Form und Inhalt der Hörstücke

3. Radiotheorien

4. Zusammenfassender Kommentar




Thema dieser Arbeit waren Analyse und Vergleich von drei in der Endphase der Weimarer Republik entstandenen, feature-ähnlichen Hörstücken. Dabei lag der Schwerpunkt - vor allem in der Analyse - bei den Stücken von SCHÄFER und SCHIROKAUER, während BRECHTs Stück lediglich aus Gründen der inhaltlichen Abrundung mit aufgenommen wurde.

Soweit es von den Autoren theoretische Äußerungen zu ihrer Arbeit gab, habe ich diese hinzugezogen. Dies war der Fall bei SCHIROKAUER und BRECHT. Außerdem habe ich den Gegenstand in die rundfunk- und allgemeinhistorische Situation der Weimarer Republik eingeordnet. Die in den einzelnen Abschnitten dargestellten Erkenntnisse werde ich hier abschließend zusammenfassen und in der Gesamtschau noch einmal kommentieren.
 
  1. Die historische Situation

Der Rundfunk in Deutschland entwickelte sich - nach einem kriegsbedingten Modernisierungsschub der Funktechnik - ab 1923 in Form öffentlich ausgestrahlter Sendungen durch hauptsächlich dezentral organisierte, private Sendegesellschaften. Die Sendegesellschaften waren verschiedenen Reichsinstitutionen unterstellt.

Anfangs war das Faszinierende des neuen Mediums die direkte Übertragungsfunktion. Dies führte im literarischen Bereich zur Übernahme von Kunstformen anderer Bereiche wie des Theaters; bald entwickelten sich jedoch eigene Formen wie Städtebilder und Hörspiele.

Im politischen Bereich kam es zunächst kaum zu einer öffentlichen Diskussion über das Medium und seine Inhalte. Eine der Ursachen war ein fehlendes demokratisches Selbstbewusstsein der noch jungen Republik. Ende der 20er Jahre wurde Radio sowohl formal, als auch inhaltlich wagemutiger. Neben politischen Diskussionssendungen entstanden dort auch die in dieser Arbeit behandelten Hörstücke.

In den Krisenjahren der Weimarer Republik setzte sich aber letztlich ein autoritär-zentralistischer Staatsfunk durch, der dann auch der zunehmend relevant werdenden NSDAP Gelegenheit zur völkischen Propaganda bot.

 
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2. Form und Inhalt der Hörstücke

Bei allen drei Stücken handelt es sich nicht um reine Features, sie sind aber als feature-ähnlich zu bezeichen. Leider standen mir nur wenige Original-Hörversionen der Stücke zur Verfügung. Aus den Manuskripten lässt sich aber ersehen, dass die Stücke Mischformen sind, die mal mehr zum Hörspiel (Schäfer: Malmgreen), mal mehr zur Collage (Schirokauer: Der Kampf um den Himmel), mal mehr zum experimentellen Bühnenstück (Brecht: Der Ozeanflug) neigen.

Die drei Stücke behandeln auf unterschiedliche Art und Weise das Verhältnis von Technisierung und (männlichem) Individuum. Während sich in Malmgreen und Der Kampf um den Himmel eine skeptische Haltung gegenüber moderner Technik und Wissenschaft äußert, ist es im Ozeanflug umgekehrt: Dort ermöglicht technische Entwicklung gesellschaftlichen Fortschritt.

Die unterschiedlichen positiven Bezugspunkte in den Hörstücken - die Moral des Helden Malmgreen, der alleinige Glauben an einen Schöpfer und die Hoffnung auf eine sozialistische Gesellschaft - sind durch die weitere geschichtliche Entwicklung bis heute erheblich ins Wanken geraten. In ihrer Kritik an den Zuständen aber sind die Stücke nach wie vor aktuell.

 
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3. Radiotheorien

BRECHT und SCHIROKAUER setzten sich mit öffentlich geäußerter Kritik und konstruktiven Vorschlägen für eine Veränderung des Rundfunks ein. Ziel war dabei sowohl eine Modernisierung, als auch eine Demokratisierung des Radios.

Der Hintergrund war die ihrer Ansicht nach desolate sozio-kulturelle Lage breiter Bevölkerungsschichten, die sich u.a. darin geäußert habe, dass viele zum Kunstgenuss gar nicht fähig gewesen seien. Daher war ihr postulierter Schwerpunkt nicht der Kunst- sondern der Erziehungswert von Radio- und anderen Aufführungen.

Eine längerfristige Erprobung ihrer Konzepte war jedoch in der Praxis kaum möglich, da der Einfluss der Autoren begrenzt war und da mit dem aufkommenden Nationalsozialismus demokratische und sozialistische Kritik verfolgt und verdrängt wurden.

 
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4. Zusammenfassender Kommentar

Die drei Hörstücke zeigen, dass schon in der Weimarer Republik technischer Fortschritt grundsätzliche und skeptische Fragen nach seiner Wirkung auslöste. Gleichzeitig stellten die Kritiker fest, dass das Medium Rundfunk und andere Kulturbereiche alles andere als modern waren.

Die Situation von technischem Fortschritt bei kultureller und politischer Stagnation war Motor für die Autoren SCHÄFER, SCHIROKAUER und BRECHT, im Radio experimentelle Wege zu wagen, die teilweise noch heute modern wirken. Die direkte Wirkung dieser Experimente auf den Rundfunk der Nachkriegszeit ist nicht nachweisbar. Gleichwohl können sie als Vorläufer des Radio-Features gelten, da sie wesentliche Strukturelemente des späteren Features vorwegnahmen.

Die Einordnung als 'Vorläufer' wird zwei der Autoren insofern nicht gerecht, als diese Bezeichnung die gesellschaftskritische bis Systemgrenzen überwindende Dimension nicht verdeutlicht.

Die damalige Modernität von SCHIROKAUERs Vermischung und BRECHTs Verknüpfung von literarischem mit allgemeinem Rundfunkbereich spiegelt sich in der heutigen Programmstruktur: Hörspiel und Feature als qualitativ hochwertige Nische in der Nische öffentlich-rechtlicher Rundfunk in der Nische Radio inmitten der Realität: Infotainment?

 
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Das war: Zeit der Experimente. Vorläufer des Radio-Features in der Weimarer Republik
- Resümee


zur Downloadseite Die vollständige Arbeit (s. Inhaltsverzeichnis) ist auf der Download-Seite erhältlich.