Auf dieser Seite finden Sie einige meiner Arbeiten, die, wenn es nach mir geht, weder (wie die meisten Seminararbeiten) in der Schublade noch (wie viele wissenschaftliche Texte) in Bibliotheken verschwinden sollen.
Publizierte Texte
Stimmen-Wirrwarr?
Zur Relation von Erzählerin- und Figuren-Stimmen in Elfriede Jelineks Roman »Gier«
(Publikation mit Bernd Kühne und Jörg Schönert in Narratologia 10, Berlin u.a. 2006)
The multiplicity of 'voices' in the narrator's speech and that of the introduced characters is characteristic of prose fiction by Elfriede Jelinek. In the example of her novel Gier (Greed), it will be tested whether or not the currently accepted narratological standards are sufficient for a differentiated analysis of the text. In doing so, the categorical separation from perception and speech, gaze and voice is proved problematic, so that in part II of the article, an instrument has been developed and a chart has been put together to describe in a typological process – following Schmid (2005) – the connection between perception and mediation.
The effectiveness of this instrument should become visible in featuring an exemplary passage of the text from Gier in an attachment to the article. In part III, based on a complete analysis of the novel, its characteristic pattern of the narrative organization will be described.
Internetauftritte literarischer Buchverlage
Form und Funktion ihrer medialen Gestaltung
(Magisterarbeit, Universität Hamburg 2003, Publikation 2005)
Gegenstand der Arbeit, die in der Online-Zeitschrift Networx veröffentlicht wurde, ist die Analyse von ca. 80 Internetauftritten literarischer Buchverlage. Die Homepages der Websites werden hinsichtlich der Gestalt und Funktionalität ihrer medienspezifischen Elemente untersucht. Die Untersuchung schließt mit einer Typologisierung der Buchverlags-Homepages.
URL der PDF-Datei:
http://www.olafski.de/uni/dateien/ammaniti_cazzo-che-elettroshock.pdf
Niccolò Ammaniti, Jahrgang 1966, gilt als einer der begabtesten Autoren der italienischen 'giovani scrittori'. Außerdem gehört er zu den bekanntesten der sogenannten 'cannibali', die ab etwa 1996 begannen, Bewegung in die italienische Literaturlandschaft zu bringen. In dem Beitrag werden vier der bis 2001 erschienenen erzählerischen Werke Ammanitis näher betrachtet: Der erste Roman »Branchie«, zwei Erzählungen aus »Fango« und der vorletzte Roman – »Ti prendo e ti porto via«. Die genannten Erzählungen werden als frühe Form, Höhepunkt, Weiterentwicklung und – unter Einschluss des kurz besprochenen Romans »Io non ho paura« – Überwindung des 'pulp italiano' beschrieben.
Quelle der Online-Fassung: »Cazzo che elettroshock!« Die Erzählungen Niccolò Ammanitis. In: Felice Balletta / Angela Barwig (Hg.): Italienische Erzählliteratur der Achtziger und Neunziger Jahre. Zeitgenössische Autorinnen und Autoren in Einzelmonographien. Frankfurt am Main u.a.: Peter Lang, 2003, S. 431 – 441.
Weitere Arbeiten
Die unten gelisteten Arbeiten gehören zu den hoffentlich interessanteren Texten, die ich während meines Germanistik- und Italienisch-Studiums und danach verfasst habe. Sie stehen zum freien Download zur Verfügung.
Wenn Sie einen der Texte verwenden, nennen Sie bitte die Quelle (Autor, Jahr, Titel, Untertitel und URL) - letztere finden Sie jeweils im Abstract.
Blumfelds »Tausend Tränen tief«
Eine Songanalyse
(Überarbeiteter Vortrag, Universität Hamburg 2009)
URL der PDF-Datei:
http://www.olafski.de/uni/dateien/blumfeld_tausend-traenen-tief_songanalyse.pdf
Dieser Beitrag ist die leicht überarbeitete Version eines Vortrags, den ich zum Abschluss des Proseminars »Sind 'lyrics' Lyrik? Popmusik und Text« an der Universität Hamburg gehalten habe. Das wesentliche Ziel des Vortrags lag darin, mehrere der Aspekte, die wir im Seminar als einzelne behandelt hatten, im Zusammenhang anzusprechen.
Vor dem Hintergrund, dass die empirische Betrachtung textlicher Aspekte von Popsongs im Seminar entgegen des Titels »Sind 'lyrics' Lyrik?« etwas kurz kam, habe ich mich in diesem Beitrag für einen textanalytischen Schwerpunkt entschieden. In weiteren Abschnitten werden musikalische Aspekte und popkulturelle Kontexte des Blumfeld-Songs behandelt.
Figurenreden sind Silber, Erzählerreden sind Gold
Fiktive Redewiedergabe in Ludwig Bechsteins Novelle »Die Babenberger«
(Seminararbeit, Universität Hamburg 2002)
URL der PDF-Datei:
http://www.olafski.de/uni/dateien/bechstein_die-babenberger_redewiedergabe.pdf
Ludwig Bechsteins historische Novelle Die Babenberger von 1831 stellt Vorgeschichte, Begleitumstände, Verlauf und Auswirkungen eines »unseligen Krieges« im 10. Jahrhundert dar. Weite Teile der Novelle werden in direkter Rede, zumeist in Dialogen wiedergegeben. Bechsteins Dialoge stehen jedoch nicht etwa für eine Form förderlichen oder erkenntnisreichen Gesprächs: Im besten Fall sind sie Ausdruck von Unverständnis, in den schlechteren Fällen thematisieren oder bewirken sie Lügen, Verrat, Krieg und Tod.
Die hohe Bedeutung der Dialoge war Anlass, zu untersuchen, wie Bechstein mit dem gesamten Komplex der Redewiedergabe in der Novelle umgeht. Meine Untersuchung zielte in zwei Richtungen: Zum einen galt es, durch textlinguistische Analysemethoden zur Deutung eines literarischen Textes beizutragen. Zum anderen wollte ich anhand eines literarischen Textes überprüfen, inwieweit textlinguistische Erklärungsmodelle dem sprachlichen Phänomen fiktiver Redewiedergabe gerecht werden.
Zum kurzen Tag e al gran cerchio d'ombra
Dantes Sestine in deutscher Übersetzung. Ein Vergleich
(Seminararbeit, Universität Hamburg 2001)
URL der PDF-Datei:
http://www.olafski.de/uni/dateien/dante_sestine_uebersetzungen.pdf
Dantes Petrosen (rime petrose, rime per la donna pietra), zu denen die Sestine Al poco giorno gehört, erfreuen sich aufgrund ihrer thematischen und formalen Sonderstellung einer lebhaften wissenschaftlichen Diskussion. Eine der Besonderheiten der Petrosen ist ihr ungewöhnlich rauer Stil.
Die beiden jüngsten deutschsprachigen Übersetzungen der Petrosen sind bereits über dreißig Jahre alt und nur antiquarisch oder in Bibliotheken erhältlich. Sie haben aber, ebenso wie noch ältere Übersetzungen, eine hohe Bedeutung als (interpretationsleitende) Hilfsmittel im Wissenschaftsbetrieb. Doch in welchem Maße sind sie geeignet, eine Originallektüre zu ergänzen oder gar teilweise zu ersetzen?
Zur Beantwortung dieser Frage galt es mangels geeigneter Literatur, selbst zum Experten zu werden: Anhand der Sestine Al poco giorno habe ich die Qualität der beiden jüngsten Petrosen-Übersetzungen ausführlich untersucht. Kontrastiv wurden auch einige ältere Übersetzungen sowie die kommentierten Werke Dantes einbezogen.
Unabhängig von Wertungsfragen hat die Arbeit auch eine literaturhistorische Dimension. Bei den ersten Recherchen stellte sich heraus, dass eine zuverlässige Dokumentation der deutschen Dante-Lyrik-Übersetzungen zuletzt 1929 erschienen ist. Aus diesem Grund wurde die Analyse durch einen Abriss der Übersetzungsgeschichte der Rime ergänzt.
Ländlich-melancholische Poesie?
Analyse und Einordnung von Ludwig Chr.H. Höltys Gedicht »Der Winter«
(Seminararbeit, Universität Hamburg 2001)
URL der PDF-Datei:
http://www.olafski.de/uni/dateien/hoelty_der-winter_analyse.pdf
Wie nahezu die gesamte frühe und Winterdichtung Höltys wurde Höltys erstes Gedicht Der Winter im 20. Jahrhundert kaum beachtet. Wenn es überhaupt einmal erwähnt wurde, so als nicht näher charakterisiertes Beispiel für die 'Unselbständigkeit' der frühen Hölty-Dichtung. Dem gegenüber stand die an einer programmatischen Briefäußerung des Dichters orientierte Einschätzung, das Typische und Eigentliche des Dichters liege in seinem dann bald gefundenen, unverwechselbaren, eigenen Ton: in der ländlich-melancholischen Poesie.
Diese Charakterisierung wurde jedoch weder näher definiert, noch basiert sie auf einer nachvollziehbaren Analyse von Höltys Werk. Sie ist vielmehr Dreh- und Angelpunkt eines sich selbst erklärenden Modells, das sich vorwiegend auf biographische Informationen, auf Stimmungskomponenten sowie auf die literaturhistorische Bedeutung des Göttinger Hains stützt. Somit stellten sich für meine Arbeit zwei Fragenkomplexe:
Wie genau kam die oben zusammengefasste Forschungsmeinung zustande? Welche Methoden liegen ihr zugrunde, von welchen Annahmen geht sie aus, wie zieht sie ihre Schlüsse, und welche Kontroversen löst sie aus?
Wie ist das Gedicht Der Winter tatsächlich einzuordnen?
Meine Ausgangsthese war, dass schon das erste Gedicht Höltys einige der für seine gesamte Dichtung charakteristischen Elemente enthält, so auch Elemente 'ländlich-melancholischer' Poesie. Um die These zu prüfen, habe ich den Winter - nach einer Kritik der Hölty-Forschung des 20. Jahrhunderts - einer genaueren Analyse unterzogen. Das Gedicht überrascht durch Eigenheiten im Aufbau und in der Verwendung literarischer Motive sowie durch die Kombination sanfter Töne mit abrupten Übergängen. Und trotz ländlich-melancholischer Elemente will es nach wie vor nicht zum Grundton der bestehenden Hölty-Forschung passen. Daraus ergibt sich die Forderung nach weiteren Untersuchungen des 'untypischen' Hölty mit der Perspektive einer zumindest partiellen Neubewertung seines Werks.
Christian Krachts »Faserland«
Besichtigung des Romans und seiner Rezeption
(Seminararbeit, Universität Hamburg 2001)
URL der PDF-Datei:
http://www.olafski.de/uni/dateien/kracht_faserland_rezeption_analyse.pdf
Als 1995 Christian Krachts Faserland erschien, rief der Roman im Feuilleton eine hohe Anzahl skeptischer bis ablehnender, häufig unqualifizierter Rezensionen hervor. Einige Jahre später wurde die Erzählung bereits als Schlüsseltext der Pop-Literatur gehandelt. Faserland war nun kanonisiert, adäquat beschrieben war der Text zur Jahrtausendwende jedoch noch nicht.
Vor diesem Hintergrund ist meine Seminararbeit als frühe Anregung zu verstehen, mit einer beschreibenden Analyse zum Verständnis von Krachts Debütroman beizutragen. Im zweiten Teil der Arbeit gehe ich auf die Rezeption von Krachts erstem Roman und auf die Pop-Literatur-Debatte ein.
Anders gesagt: Thema dieser Arbeit war die vorläufig resümierende Würdigung eines umstrittenen Primärtextes und der auf ihn erfolgten Reaktionen - und zwar in einem hoffentlich »für die Potentiale von Pop-Kultur empfänglich[en]« Sinne einer »Wissenschaft, die freilegt und benennt, was passiert, wenn Pop produziert und konsumiert wird« (D. Diederichsen).
Giuseppe Ungaretti und der Faschismus
Die deutschsprachige Rezeption nach 1945
(Seminararbeit, Universität Erlangen 1999)
URL der PDF-Datei:
http://www.olafski.de/uni/dateien/ungaretti_faschismus_rezeption.pdf
Die Ausgangssituation dieser Arbeit: Was kann ich, als literarisch und politisch Interessierter, über das Spannungsverhältnis zwischen Giuseppe Ungaretti und dem Faschismus erfahren? Ungaretti war - zumindest zeitweise - bekennender Faschist. Interessanterweise sind seine Texte aber von prominenten antifaschistischen AutorInnen wie Ingeborg Bachmann und Paul Celan übersetzt worden.
Nach dem Lesen mehrerer Literaturgeschichten, Anthologien, Nachworte zu Übersetzungen und Aufsätze konnte ich mir zwar ein erstes, vages Bild machen. Gleichzeitig aber stellte ich fest, dass das Thema in vielen Texten eher am Rande gestreift wurde und von punktuellen Informationen oder Vermutungen gespeist zu sein schien. In meiner Arbeit sollte es von nun an darum gehen, die entsprechenden Ansätze, ihre Unterschiede und Gemeinsamkeiten, aber vor allem auch ihre Lücken aufzuzeigen und zu diskutieren. Pragmatischerweise habe ich mich dabei auf die deutschsprachige Rezeption Ungarettis nach 1945 beschränkt. Thema der Arbeit ist also die Frage, welche Rolle die Thematisierung des Verhältnisses »Ungaretti - Faschismus« im deutschsprachigen Raum gespielt hat.
Zeit der Experimente
Vorläufer des Radio-Features in der Weimarer Republik
(Seminararbeit, Universität Hamburg 1998)
URL der PDF-Datei:
http://www.olafski.de/uni/dateien/radio-feature_weimarer-republik.pdf
Gegenstand dieser Arbeit sind die drei Hörstücke Malmgreen von Walter Erich Schäfer, Der Kampf um den Himmel von Arno Schirokauer und - lediglich ergänzend zu den ersten beiden - Der Flug der Lindberghs (resp. Der Ozeanflug) von Bertolt Brecht.
Entstanden jeweils in den letzten Jahren der Weimarer Republik, thematisieren die drei Stücke auf je eigene Art ein Spannungsverhältnis zwischen Individuum, technischem Fortschritt und politischer bzw. historischer Situation. Bei Einschluss auch der theoretischen Äußerungen der Autoren reflektieren sie zudem das eigene Medium, das noch junge Radio. Als dritte Gemeinsamkeit der Stücke sei ihre Ähnlichkeit zum späteren Radio-Feature hervorgehoben.
Neben der Einordnung in die allgemein- und rundfunkhistorische Situation vergleiche ich den experimentellen Grad der Stücke, ihre Nähe zum Feature (oder dessen Vorwegnahme) sowie das in Hörstücken und Theorie enthaltene Verständnis von Technik und Individuum.