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Die italienischen (Ex-)Kannibalen (u. verwandte Autoren)Niccolò Ammaniti und Aldo Nove gehören zu den bekanntesten Vertretern des italienischen Literaturphänomens 'gioventù cannibale', auch 'letteratura pulp' genannt.Zwei sehr unterschiedliche Vertreter eines literarischen Etiketts - wie es eben so ist mit neuen literarischen Entwicklungen: Etwas Unerhörtes, etwas noch nicht Verstandenes erregt die Aufmerksamkeit, und Kritik sowie Verlage müssen dem Kind einen Namen geben. Ein mittlerweile in die Jahre gekommenes Beispiel im deutschsprachigen Raum: die Popliteratur. Die Erzählungen der Kannibalen sind gewalttätiger als diejenigen von Kracht, Stuckrad-Barre, Lager, Naters oder Goetz. Aber von Gewalt geprägt und kannibalisch ist nicht nur die Sprache, sind nicht nur manche in den Texten beschriebene Praktiken. Auf die gleiche Weise geschieht auch die Aneignung verschiedener Textsorten, von literarischen und popkulturellen Elementen. Womit wir dann doch wieder bei der Popliteratur wären. Ammaniti, Nove und andere begannen etwa ab 1996, Aufsehen zu erregen; eine große Rolle spielten dabei empörte Reaktionen auf die Anthologie GIOVENTÙ CANNIBALE in der Reihe 'Stile libero' von Einaudi, hg. von Daniele Brolli. Es kam zu einem öffentlichen Streit, deren Kontrahenten die vermeintlichen 'autori buoni' und die 'cattivi' waren: gut(mütig)e vs. boshaft-schlechte Autoren. Dabei sparten einige der Kannibalen nicht an Kritik und Hohn gegenüber den auch hierzulande erfolgreichen Schriftstellern Andrea De Carlo oder Alessandro Baricco. Mit zunehmendem Zeitabstand verblassen Gruppenbezeichnungen wie 'Kannibalen' oder 'Popliteratur' - gewiss nicht, um wirklich zu verschwinden, sondern um als Folie jederzeit wieder hervorgeholt werden zu können. Die neueren Werke von Ammaniti und Nove werden heute kaum noch unter ihrem alten Etikett gehandelt, da die Autoren ihre modernisierende Funktion als 'angry young men' wohl erfüllt haben. Und sie selbst, insofern sie je etwas mit der Bezeichnung 'Kannibalen' anfangen konnten, halten an den alten Labels auch nicht fest. Wie dem auch sei: Nove und Ammaniti bleiben auch in ihren neueren Romanen innovativ. Andere Autoren wie Mauro Covacich oder Paolo Nori arbeiten mit Elementen und Techniken, mit denen die Kannibalen bekannt wurden: Bei ersterem sind es Gewalt und Tristesse des Alltags, bei letzterem ist es der plaudernde Ton eines quasi-autobiographischen Ich-Erzählers. Deutschsprachige Informationen zu den Kannibalen und verwandten Autoren: |
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