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Erste Schritte (Uni, Sprachkurse, Mensa, Anmeldung) Je nach Zeitpunkt der Ankunft gilt es schon bald, sich an der Uni einzuschreiben, eventuell einen Sprachkurs zu besuchen, Veranstaltungen zu planen und sich in Rom anzumelden. In meinem Fall begannen die Einschreibung in die Uni und der Einstufungstest für die Sprachkurse am 04. Oktober. Beides fand im Erdgeschoss des Gebäudes für Lettere e Filosofia auf dem Campus der Uni La Sapienza statt. Für die Einschreibung, neben der heimischen ERASMUS/SOKRATES-Bescheinigung, Ausweis und Fotos mitbringen! Die Sprachkurse laufen in der Regel ab Oktober, während die eigentlichen Uni-Seminare zumeist Anfang November beginnen - einige Fächer (z.B. Neuere Geschichte) beginnen jedoch früher. Oftmals sind vor Veranstaltungsbeginn keine Vorlesungsverzeichnisse zu bekommen. Ich bin zu den Fakultäten gegangen und habe mich dort von Zimmer zu Zimmer durchgefragt, was an Seminaren angeboten wird. Irgendwann hingen dann auch Zettel aus. Auf jeden Fall war die Suche nach Informationen eine erste Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen. Die anfängliche Scheu, andere StudentInnen oder Uni-Personal zu fragen, erwies sich als unbegründet, da die Leute durchweg nett und hilfsbereit waren. Wer in einer Mensa essen möchte, braucht dafür eine spezielle Karte. Sie wird von der ADISU herausgegeben. Nähere Informationen dazu gibt es auf der ADISU-Website oder spätestens im Einschreibungsbüro der Uni. 'Codice fiscale' und 'permesso di soggiorno' (Aufenthaltserlaubnis) sind die Dokumente, die es dir offiziell erlauben, für längere Zeit in Rom zu leben. Im praktischen Leben ist der 'codice fiscale' das wichtigere Dokument. Ohne ihn kannst du weder offiziell arbeiten, noch bekommst du eine Karte für die Mensa. Zu haben ist das Teil in der Via Conciliazione (von der Engelsburg Richtung Petersplatz, auf der linken Seite). Den 'permesso di soggiorno', den ich persönlich nie gebraucht habe, bekommst du in der Questura (Via Genova, Nähe Via Nazionale). |
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Universitäten Die von mir besuchte Universität La Sapienza ist die größte Europas. Das klingt nach Massenbetrieb, den es auch tatsächlich gibt, aber natürlich nicht immer und überall. Übrigens erscheinen viele StudentInnen nicht zu den Veranstaltungen, sondern nur zu den Prüfungen. Außer dem Campus existieren viele Zweigstellen eher ruhigen Charakters, die teilweise sehr schön gelegen sind. Bei der Wohnungssuche ist darauf zu achten, wo sich die Fakultät befindet, die du vorzugsweise besuchen willst. In offiziellen Dokumenten heißt La Sapienza manchmal auch Roma 1 - Zeichen dafür, dass daneben andere - nämlich Roma 2 und Roma 3 - existieren. Darüberhinaus befinden sich in Rom mehrere private und kirchliche Universitäten. |
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Lehrveranstaltungen In das italienische Bildungssystem ist in den letzten Jahren viel Bewegung geraten. Trotzdem wird dir die Realität an der Uni wahrscheinlich oft veraltet vorkommen. Das Verhältnis zu den DozentInnen kann zwar herzlich sein, oft ist aber das Hierarchiegefälle wesentlich ausgeprägter, als wir es gewohnt sind. Seminare haben häufig Vorlesungscharakter, Gruppenarbeiten und fachliche Diskussionen sind Mangelware, und für die normalerweise obligatorische Abschlussprüfung ist es teilweise notwendig, die vom Professor zusammengestellte Literatur mehr oder weniger auswendig zu lernen. Diese Strukturen haben wiederum Auswirkungen auf die Autoritätshörigkeit, Motivation und Arbeitsweise der Studierenden. Es lohnt sich von daher auf jeden Fall, Veranstaltungen nicht nur nach dem Thema auszusuchen, sondern außerdem möglichst viel über die Arbeitsweise der DozentInnen herauszubekommen. Es gibt durchaus Profs, die sich an nordeuropäischen oder angelsächsischen Seminarformen orientieren. |
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Anerkennung von Studienleistungen Die Idee des SOKRATES/ERASMUS-Programms besteht u.a. darin, dir ein Studium im Ausland ohne hohe bürokratische Hürden zu ermöglichen. In diesem Sinne soll auch die Scheinanerkennung geregelt werden. Wer keine bösen Überraschungen erleben will, bespreche aber auf jeden Fall schon vor der Abreise mit den Zuständigen der deutschen Uni, unter welchen Umständen dir in Rom erbrachte Studienleistungen hier tatsächlich anerkannt werden. Es kann nicht schaden, diesbezüglich feste Vereinbarungen zu treffen. Falls diese aufgrund der unterschiedlichen Studienbedingungen nicht erfüllbar sein sollten, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: 1) Verhandlungen (mit den Zuständigen an der italienischen Uni) 2) dito (mit den Zuständigen an der deutschen Uni) Es lohnt sich, beide Möglichkeiten wahrzunehmen! Studienleistungen an italienischen Universitäten werden in der Regel nicht durch Referate und Hausarbeiten, sondern durch Prüfungen erworben. Das Studium ist außerdem nicht in Semester, sondern in akademische Jahre aufgeteilt. So ein Jahr läuft ca. von November bis Juni, kann aber im Einzelfall schon im Oktober beginnen. Wenn du also Prüfungen ablegen willst, kümmere dich rechtzeitig darum, ob du zu den jeweiligen Terminen überhaupt da bist. Manche DozentInnen sind nach Rücksprache allerdings durchaus bereit, vorgezogene Prüfungstermine zu vereinbaren - oder auch statt der Prüfung eine Hausarbeit zu akzeptieren. Es ist in jedem Falle hilfreich, sich neben irgendwelchen offiziellen, aber nichtssagenden Dokumenten, eine Bestätigung des Dozenten mit möglichst genauer Beschreibung der Veranstaltung und der eigenen Leistungen ausstellen zu lassen. An den deutschen Universitäten gibt es zwei Ansprechpartner für Anerkennungsfragen: das sind zum einen die jeweiligen ERASMUS/SOKRATES-KoordinatorInnen; zum anderen gibt es in jedem Institut offizielle Ansprechpersonen, die in solchen Fragen entscheidungsbefugt sind, und das letzte Wort haben die. Wozu Entscheidungsbefugnis führen kann, zeigt diese nette E-Mail, die ich von einem Erlanger Professor bekam. (Nicht abschrecken lassen - es gab in diesem Fall doch noch einen Weg, zum gewünschten Ziel zu kommen!) |
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letzte Aktualisierung: Mai 2002 |
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