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Holzschnitt v. Otto Müller

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Dantes Sestine in deutscher Übersetzung. Ein Vergleich

Einleitung      [ Übersetzungsgeschichte der rime petrose ]


Die Petrosen gehören zu der Lyrik Dantes, die der Autor selbst in keine Sammlung eingeordnet hat, zu den Rime. Der eine Gruppe von vier Gedichten zusammenfassende Begriff Rime petrose wird seit Ende des 18. Jahrhunderts verwendet und bezieht sich u.a. auf eine vom Sprecher in den Gedichten vergebens umworbene Frau - daher die ebenso gängige Bezeichnung 'Rime per la donna pietra.' [ 1 ]

Die Gedichte erfreuen sich aufgrund ihrer thematischen und formalen Sonderstellung einer lebhaften wissenschaftlichen Diskussion, in der sich neben Datierungs- und Einordnungsproblemen immer wieder auch Fragen zur Auslegung der Gedichte stellen. So konstatiert Hugo Friedrich in Bezug auf die Textgruppe nüchtern: "Wer mit der Donna Pietra gemeint ist, weiß man nicht". [ 2 ] Kurz darauf nennt er eine der auffälligsten Besonderheiten der Gedichte, einen - vor allem im Gegensatz zum dolce stil novo - ungewöhnlich harten bzw. rauen Stil.
 
  Nicht allen, die eine der wichtigsten Etappen in der Entwicklung der italienischen (und europäischen) Literatur nachvollziehen wollen, ist es möglich, die entsprechenden Werke im Original zu lesen. Zum Glück gibt es Übersetzungen.

Doch wer nach Dantes Werken in deutscher Übersetzung sucht, der wird vor allem eins finden: Die 'Göttliche Komödie'. Das ist nicht immer so gewesen. Die erste vollständige Übersetzung einer Danteschrift ins Deutsche wurde 1559 veröffentlicht und stammt aus dem Mittellateinischen: 'De Monarchia'. [ 3 ] Erst im späten 18. und dann vor allem im 19. Jahrhundert kommt es im deutschen Sprachraum zu einem verstärkten, im 20. Jahrhundert ungebrochenen Interesse an der 'Commedia', das sich unter anderem in zahlreichen Übersetzungen niederschlägt.

Einen dritten Bereich neben der 'Commedia' und den theoretischen Schriften des Autors bilden schließlich die eingangs erwähnten 'Rime'. Deutschsprachige, des Italienischen nicht mächtige Leser, mögen von diesen Gedichten gehört haben - kennen werden sie sie kaum, denn eine Übersetzung ist über den Buchhandel nicht zu beziehen.

Dabei sah es noch im 20. Jahrhundert gar nicht so schlecht aus, so sind vor allem zu Beginn des letzten Jahrhunderts mehrere Übersetzungen der 'Rime (petrose)' ins Deutsche erschienen. Doch selbst die beiden jüngsten Übersetzungen sind bereits über dreißig Jahre alt: eine deutsch-italienische Dante-Gedichtausgabe von Hertha Federmann und Hans Mühlesteins Übersetzung der 'Rime petrose'. [ 4 ]

Die nur noch antiquarisch oder in Bibliotheken erhältlichen Übersetzungen der 'Rime petrose' dürften heutzutage vor allem als Hilfsmittel im Wissenschaftsbetrieb genutzt werden. Das gilt für Teilnehmer italienischer Literaturseminare ebenso, wie für interessierte, jedoch des Italienischen nicht mächtige Forscher von Nachbardisziplinen. [ 5 ]

Da sich längst nicht jede der prinzipiell noch zugänglichen Übersetzungen auch an jeder Universitätsbibliothek finden lässt, wird die Wahl der Übersetzung oftmals nicht von der Qualität, sondern von der Erreichbarkeit der Texte geleitet sein. [ 6 ]

Selbst wenn ein potenzieller Nutzer bereit ist, für eine gute Ausgabe längere Wartezeiten in Kauf zu nehmen, fehlen ihm die für eine Auswahl geeigneten Kriterien, da solche Fragen, solange es sich nicht um die 'Commedia' handelt, in der einschlägigen Literatur nicht besprochen werden. [ 7 ]

 
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Es gilt also für den Laien, selbst zum Experten zu werden, auch wenn das in dieser Arbeit nur partiell geschehen kann. Zu diesem Zweck werde ich die beiden jüngeren der Petrosen-Übersetzungen miteinander vergleichen, während einige der weiteren Übersetzungen sowie die kommentierten Werke Dantes als Kontrastmittel zur Verfügung stehen. Der Vergleichsgegenstand ist Dantes Sestine 'Al poco giorno' (Barbi, CI).

Angesichts des exemplarischen Vorgehens seien einige Argumente genannt, die für die Sestine als Untersuchungsgegenstand sprechen:

Das Gedicht zeichnet sich gleichermaßen durch seine Einzigartigkeit und seine Verbindungslinien zu den anderen Petrosen aus. So ist die Gedichtform für Dante singulär und unterscheidet sich insbesondere von den beiden Kanzonen C und CIII.

Andererseits besteht eine inhaltlich starke Verbindung zu 'Io son venuto' (C) und eine formal besonders starke zur sogenannten 'sestina doppia' [ 8 ] (CII), mit der sie außerdem die zentrale Stellung innerhalb der heute üblichen Anordnung der Gedichtgruppe teilt.

Auch wirkungsgeschichtlich nimmt Dantes 'sestina' eine zentrale Stellung ein. Der Dichter übernahm die Form vom Provenzalen Arnaut Daniel, modifizierte sie und reichte sie an Petrarca weiter, ohne dessen Einfluss auf die europäische Literatur die Sestine einem heutigen Übersetzer weitaus weniger vertraut sein dürfte.

Meine Untersuchungskriterien sind weniger ästhetischer, als vielmehr pragmatischer Natur: Es geht mir darum, in welchem Maße die Übersetzungen geeignet sind, eine Originallektüre zu ergänzen oder gar teilweise zu ersetzen. Die Beurteilung verschiedener Übersetzungslösungen wird folglich zu weiten Teilen unter hermeneutischen Gesichtspunkten stattfinden - sprachliche Phänomene und formale Aspekte selbstverständlich eingeschlossen.

Die Untersuchung von Übersetzungen hat - unabhängig von Wertungsfragen - auch eine literaturhistorische Dimension, wird aus der nationalen Literaturgeschichtsschreibung jedoch zumeist ausgeklammert. Bei den Recherchen zu dieser Arbeit musste ich feststellen, dass eine zuverlässige Dokumentation der deutschen Dante-Übersetzungen inklusive der Lyrik zuletzt 1929, von Theodor Ostermann, geleistet wurde. Dieser Umstand hat mich dazu bewogen, vor den eigentlichen Übersetzungsvergleich einen kurzen Abriss der Übersetzungsgeschichte der Rime (petrose) zu stellen.

 
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Auf dieser Seite können Sie noch die Übersetzungsgeschichte der 'Rime' lesen:
 
 
Seit mittlerweile gut 30 Jahren sind die Rime nicht mehr neu ins Deutsche übersetzt worden - ein langer Zeitraum. Aber noch ist er etwas kürzer, als manch zeitlicher Abstand zwischen früheren Übersetzungen. Entscheidend ist ohnehin nicht das tatsächliche Alter einer Übersetzung, sondern deren Aktualität.

Ginge es nach Kindlers Literatur Lexikon, so gibt es von Dantes Rime genau eine erwähnenswerte Übersetzung in die deutsche Sprache, und die ist vergleichsweise jung: Hertha Federmanns 'Gedichte' von 1966. Zieht man ein spezialisierteres Nachschlagewerk zu Hilfe, erhöht sich die Anzahl nur geringfügig: In Rössigs 'Literaturen der Welt in deutscher Übersetzung' gesellt sich zu Federmanns eine weitere, und zwar die älteste deutsche Rime-Ausgabe. [ 9 ]

Auch wenn die Rime nicht zu den am meisten übersetzten Werken Dantes gehören, ist zwischen 1827 und den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts eine Lücke zu schließen. [ 10 ]

Kannegießer / Witte: Die Übersetzungsgeschichte der Rime beginnt 1827 mit einer zweisprachigen, 1842 neu aufgelegten Ausgabe der späteren Commedia-Übersetzer Karl Ludwig Kannegießer und Karl Witte, die bis ins 20. Jahrhundert hinein als vorbildlich übersetzt galt. Nach der Meinung Vincenzo Pernicones, einem Mitarbeiter Michele Barbis, gehörten die Lyrischen Gedichte sogar zu den "due più importanti e autorevoli edizioni delle Rime o Canzoniere del secolo XIX" (V. Pernicone 1969, Nota sull'ordinamento delle 'Rime', in: Barbi 1969, S. 705 - 14, hier: 705). [ 11 ]

Krafft: Weniger bleibende Resonanz war dagegen beispielsweise Carl Kraffts Ausgabe der Dante-Gedichte und des poetischen Briefwechsels von 1859 (Regensburg: Montag & Weiß) beschieden. Sie ist nahezu in Vergessenheit geraten.

Wege: Der Befund des Vergesslichkeit gilt ebenso für einen im Jahre 1879 in Reclams Universalbibliothek veröffentlichten Band: 'Das Neue Leben und die gesammelten lyrischen Gedichte von Dante Alighieri. In den Versmaßen der Urschrift übertragen von Johanna Wege' (Leipzig: Reclam).

Die Jahrhundertwende war ein Höhepunkt deutschsprachiger Dante-Rezeption. Theodor W. Elwert spricht für die Zeit von 1890 bis nach dem Ersten Weltkrieg von "un vero culto di Dante" (Enciclopedia Dantesca, Stichwort Germania, Band III, S. 130).

Zoozmann: Ab 1908 übersetzte Richard Zoozmann verschiedene Dante-Werke, darunter die 'Rime'. Zoozmann, der sich nicht nur der italienischen, sondern mit einem Autor wie Charles Dickens auch der englischen Sprache widmete, hat Dante mehrmals, ausführlich kommentiert und abgesehen vom philosophischen Werk vollständig übersetzt. Wie schon die Kannegießer-Ausgabe sind seine 'Rime' keine bloße Übersetzung, sondern eine deutsch-italienische Parallelausgabe. Die 'Poetischen Werke' wurden bis 1927 mehrmals in überarbeiteter Form neu aufgelegt. [ 12 ]

Borchardt: Hätte diese Übersetzungsgeschichte absoluten Anspruch auf Vollständigkeit, dürfte sie die Veröffentlichung einzelner Petrosen nicht übersehen. Stellvertretend sei hier eine Übersetzung des wegen seiner archaisierenden Sprache umstrittenen Commedia-Übersetzers Rudolf Borchardt genannt. Er trug u.a. mit zwei Petrosen zu einem 1921 von Hans Feist herausgegebenen Band früher italienischen Dichtung bei. [ 13 ]

Wiese: Eine weitere Ausgabe aus dem Jahre 1921 dokumentiert nicht zuletzt die Wirkungsmächtigkeit der Kannegießerschen Übersetzung: Es handelt sich um die Lyrischen Gedichte von Benno Wiese, die im Untertitel verraten, dass sie von Wiese "[u]nter Zugrundelegung der Übersetzung von Witte und Kannegießer hg. und mit Einleitung und Anmerkungen versehen" wurden. [ 14 ]

Ritter und Wolff: Zwei Jahre nach einer weiteren 1921er deutschen Rime-Ausgabe von Albert Ritter erscheint schließlich Max Josef Wolffs Titel 'Dantes Lyrik. Das Neue Leben und die Kanzoniere'. Der Herausgeber hat für seine Ausgabe auf Übersetzungen von Jacobson, Witte und Kannegießer zurückgegriffen. 'Wolffs Kanzoniere' erschien zwei Jahre nach Barbis, für die Società Dantesca edierte kritische Ausgabe von 1921, wird aber deren Textkorpus noch nicht berücksichtigt haben. [ 15 ]

Schmidt-Knatz: Erst kurz vor Fertigstellung dieser Arbeit, beim Überprüfen einer Literaturangabe, entdeckte ich die Petrosen-Übersetzungen des Justizrats Fritz Schmidt-Knatz aus dem Jahre 1931. Soweit ich es übersehen kann, sind die Übersetzungen in keinem Nachschlagewerk verzeichnet, so auch nicht in Marcella Roddewigs 'Kurzbibliographie der deutschen Ausgaben und Übersetzungen von Dantes Werken im 20. Jahrhundert' (1991), die ich - wie Schmidt-Knatz' Übersetzung - dem Deutschen Dante Jahrbuch entnommen habe. Schmidt-Knatz hat neben den vier Petrosen die sogenannte Bergkanzone (Amor da che convien, CXVI) sowie einen Brief Dantes an Moroello Malaspina übersetzt. An den (zweisprachigen, Barbis Ausgabe folgenden) Abdruck der Texte schließt sich ein ausführlicher Essay an, in dem der Autor aus einer kurzen Interpretation der Gedichte die These entwickelt, die Bergkanzone stehe zusammen mit dem Malaspina-Brief in einen engen inhaltlichen Zusammenhang mit den vier Petrosen. [ 16 ]

Federmann: Die Schriftstellerin und Übersetzerin Hertha Federmann konnte sich 1966 - 43 Jahre nach Wolff und 35 Jahre nach Schmidt-Knatz - bereits auf die kommentierten, zu diesem Zeitpunkt mehrfach neu aufgelegten 'Rime' Continis (Torino: Einaudi 1965) stützen. Weit vorher, zu Beginn des Jahrhunderts, veröffentlichte sie jedoch zunächst andere Übersetzungen (Laotse, Iacopone da Todi, Teile der Commedia, Rosamond Lehmann), eine Gedicht-Anthologie sowie eigene Gedichte. Obwohl die Autorin selbst und ihre anderen Werke heute nahezu vergessen sind, gehören Federmanns Dante-Gedichte zu den deutsch-italienischen Rime-Ausgaben mit vergleichsweise hohem Bekanntheitsgrad. [ 17 ]

Mühlestein: Obwohl ähnlich jung, kann das soeben Gesagte für Hans Mühlesteins Übersetzung der 'Rime petrose' nicht gelten. Im Gegensatz zu seiner Kollegin, deren Übersetzung zwar fast nirgends besprochen, aber in den einschlägigen Bibliographien wenigstens genannt wird, sucht man ihn und seine Ausgabe mit dem Titel 'Rime Petrose / Steinerne Gedichte' dort vergeblich. Zwei Jahre nach Federmann publizierte der Schweizer Autor, der ein ähnlich vielfältiges Werk wie sie hinterlassen hat, eine deutschsprachige Version der Petrosen bei Adolf Hürlimann. Die handsignierte Auflage von nur 130 Exemplaren mit Holzschnitten von Otto Müller enthält neben "fünf [sic] 'Kanzonen'" eine vierseitige Einleitung des Übersetzers. [ 18 ]

Sieht man von der Übersetzung einzelner Strophen ab, ist die Übersetzungsgeschichte der Rime (petrose) ins Deutsche Ende der 60er Jahre abgeschlossen. In jener Zeit erschienen zwei hier schon zitierte, ausführlich kommentierte Rime-Ausgaben, die trotz nicht abgeschlossener Deutungsdiskussionen noch heute als in weiten Teilen vorbildlich gelten: Dante's Lyric Poetry, die italienisch-englische Rime-Ausgabe von Kénelm Foster und Patrick Boyde (1967), sowie Vincenzo Pernicones Vollendung von Barbis Arbeit an den Rime (1969). Eine deutsche Rime-Übersetzung unter Berücksichtigung dieser Arbeiten existiert noch nicht.

 
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Fußnoten

[ 1 ] In der Ausgabe von Barbi, dessen Anordnung und Nummerierung ich folge, sind das die Gedichte C bis CIII. (Rime della maturità e dell'esilio. A cura di Michele Barbi e Vincenzo Pernicone. Firenze: Le Monnier 1969.) [ Von Barbi 1969 zurück zur Übersetzungsgeschichte ]

[ 2 ] Hugo Friedrich 1964, Epochen der italienischen Lyrik. Frankfurt am Main: Vittorio Klostermann, S. 127.

[ 3 ] Es handelt sich um eine Übersetzung von Basilius Johann Heroldt: 'Monarchy Oder Dasz das Keysertumb zuo der wolfart dieser Welt von nöten [...]'. Vgl. den vollständigen, barock-ausführlichen Titel in Frank-Rutger Hausmanns 'Bibliographie der deutschen Übersetzungen aus dem Italienischen', Tübingen: Niemeyer 1992, Band I, S. 406. Vgl. weiterhin die Ergänzung in Martinos 'Ergänzungen und Berichtigungen zu F.-R. Hausmanns Bibliographie', Amsterdam: Rodopi 1994, S. 317: "Basilius Johannes Herold [...] hat - wie er selber in seiner Vorrede erklärt - Dantes De Monarchia zuerst aus der italienischen Version [...] des Marsilio Ficino übersetzt und 'hernach gegen dem Lateinischen, als es mir zur Hand kommen, gehalten und recht gemacht'." Johannes Oeschger hat 1965 einen Faksimile-Druck von Heroldts Übersetzung herausgegeben.

[ 4 ] Die Gedichte. Italienisch mit deutscher Übersetzung von Hertha Federmann. Köln: Jakob Hegner 1966;
Rime petrose / Steinerne Gedichte. Übertragen und eingeleitet von Hans Mühlestein. Holzschnitte von Otto Müller. Zürich: Adolf Hürlimann 1968.

[ 5 ] In einem Aufsatz zur Frage der Commedia-Übersetzung betont Theodor Elwert die kulturell hohe Bedeutung der Übersetzertätigkeit und gibt bei der Gelegenheit zu bedenken, dass "der Philologe, der ohne Übersetzungen auszukommen gewohnt ist" (Th. Elwert 1969: Zur Frage der Dante-Übersetzung, in: ders., Studien zu den romanischen Sprachen und Literaturen. Band II: Italienische Dichtung und europäische Literatur, S. 136 - 53, hier: 136), nicht der alleinige Maßstab für Übersetzungsfragen sein kann. Letzterem ist zweifellos zuzustimmen. Es wäre jedoch zusätzlich zu fragen, welcher Philologe denn tatsächlich noch gänzlich ohne Übersetzungen auskommt.

[ 6 ] So können an der Universität Hamburg nur zwei deutschsprachige Übersetzungen der 'Rime (petrose)' eingesehen werden. Vgl. im Kontrast die reichhaltige Übersetzungsgeschichte der 'Rime'.

[ 7 ] Die bloße (und sparsame) Nennung von Übersetzungen in Einführungswerken oder Nachschlagewerken kann kaum mehr als ein erster Anhaltspunkt sein. Auch die Informationen in Fachbibliographien sind in der Regel äußerst knapp und unvollständig, und nahezu alle Arbeiten, die sich mit Titeln wie 'Zur Problematik der deutschen Dante-Übersetzungen' schmücken, behandeln schwerpunktmäßig oder gar ausschließlich die 'Commedia'.

[ 8 ]Foster und Boyde finden die Bezeichnung 'doppia sestina' "a litte misleading" (Dante's Lyric Poetry. Herausgegeben, übersetzt, eingeleitet und kommentiert von Kénelm Foster und Patrick Boyde. Zwei Bände. Oxford: Clarendon Press 1969, S. 269): "[I]f one must have a name for this unique specimen, then canzone-sestina is to be preferred" (ebd). Vgl. im selben Sinne Bernhard König 1983: La novità che per tua forma luce. Formwille und Formkunst in Dantes Kanzonendichtung, in: Italia viva. Festschrift für Hans Ludwig Scheel. Hg. von Willi Hirdt und Reinhard Klesczewski. Tübingen: Narr, S. 237 - 51, hier: 247-49. Wie viele andere, bleibe ich der Einprägsamkeit halber dennoch beim Begriff Doppelsestine.

[ 9 ]Literaturen der Welt in deutscher Übersetzung. Eine chronologische Bibliographie. Stuttgart, Weimar: Metzler 1997.

[ 10 ]Ich stütze mich in weiten Teilen auf die Angaben in Theodor Ostermanns Bibliographie der deutschen Dante-Literatur 1416 - 1927, Heidelberg: Carl Winters 1929. Für die danach erschienenen Übersetzungen erfolgte die Recherche über verschiedene Fachbibliographien, die Hamburger Zettelkataloge, mehrere elektronische Verbundkataloge, das 'Deutsche Dante Jahrbuch', das 'Mitteilungsblatt der Deutschen Dantegesellschaft' sowie mit der Hilfe verschiedener Internet-Suchmaschinen.

[ 11 ]Dante Alighieris lyrische Gedichte, übersetzt und erklärt von Karl Ludwig Kannegießer und Karl Witte, 2 Bände. Leipzig: Brockhaus 1826.

[ 12 ]Dantes Poetische Werke. Neu übertragen und mit Originaltext versehen von Richard Zoozmann. Mit Einführungen und Anmerkungen versehen von C. Sauter. Zweite, gänzlich umgearbeitete Auflage. Freiburg im Breisgau: Herder 1912. Vgl. zu Zoozmanns Ausgabe die informative Rezension im Deutschen Dante Jahrbuch von 1929.

[ 13 ] Al poco giorno; Io son venuto; Tre donne intorno al cor. Übersetzt von Rudolf Borchardt, in: Hans Feist und Leonello Vincenti, Frühe italienische Dichtung übertragen und mit dem Urtext versehen. München: Hyperion 1922.

[ 14 ]Lyrische Gedichte. Unter Zugrundelegung der Übersetzung von Witte und Kannegießer hg. und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Berthold Wiese. Leipzig: Reclam 1921.

[ 15 ]Dante Alighieris Lyrische Gedichte, neu übertragen und herausgegeben von Albert Ritter. Mit vier Vollbildern in Kupferdruck. Berlin: Grosser 1921;
Dantes Lyrik. Das Neue Leben und die Kanzoniere, herausgegeben von Max Josef Wolff. Berlin: Deutsche Bibliothek 1923.

[ 16 ]Donna Pietra. [Rime per la donna pietra / Die vier Steinkanzonen und CXVI, Italienisch mit deutscher Übersetzung und anschließender Interpretation von] Fritz Schmidt-Knatz, in: Deutsches Dante Jahrbuch 13 (1931) , S. 1 - 38.

[ 17 ]Die Gedichte. Italienisch mit deutscher Übersetzung von Hertha Federmann. Köln: Jakob Hegner 1966.

[ 18 ] Rime petrose / Steinerne Gedichte. Übertragen und eingeleitet von Hans Mühlestein. Holzschnitte von Otto Müller. Zürich: Adolf Hürlimann 1968. Der zweisprachige Titel des Werks ist missverständlich; die italienischen Gedichttexte sind in Mühlesteins Ausgabe nicht enthalten. Neben dieser Übersetzung und Übersetzungen aus Dantes Commedia sowie aus Vittoria Colonnas und Michelangelo Buonarottis lyrischem Werk veröffentlichte Mühlestein ein bekannteres Werk über den Schweizer Bauernkrieg.



 
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